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Arcane Frost im Interview

Drei Death Metaller gründen 'ne Black Metal Band. Da darf man sicherlich etwas skeptisch sein, aber diesmal ist das völlig unnötig, denn Arcane Frost sind ziemlich geil und definitiv unterstützenwert. Lest das Interview mit Gitarrist und Sänger Dennis, kauft das Demo-Tape und werdet glücklich!

arcane frost interviewxxl

(Bildquelle: Band)

Seid gegrüßt, ein verdammt cooles Demo habt Ihr da eingespielt!

Butzke: Hey Christian! Erst mal vielen Dank für die Chance ein paar Fragen über die Band zu beantworten. Schön, dass es dir gefällt, das freut uns!

Wie kommen drei gestandene Musiker aus der Death/Grind-Ecke dazu, auf einmal Black Metal zu spielen? Wie seid Ihr zusammen gekommen?

Butzke: ARCANE FROST ist tatsächlich für uns alle das erste Black Metal Projekt. Wir alle stehen auf diese Richtung schon lange, aber haben uns nie dazu entschlossen, eine Band auf die Beine zu stellen. Aron ist ein langjähriger Freund von mir und Nils kenne ich auch schon länger von Konzerten und der generellen Musikszene der Umgebung. Da kam das eine zum anderen.

In den Anfangstagen der sogenannten zweiten Black Metal Welle wäret Ihr aufgrund Eures Backgrounds von den Black Metal Fanatikern wahrscheinlich gesteinigt worden. Gibt es auch heute noch Anfeindungen nach den Motto, "Die können den "wahren Geist" des Black Metal nicht verkörpern!"?

Butzke: Wir als Band wurden bis jetzt, mit dem Vorwurf unecht zu sein, noch nicht angegriffen. Aber natürlich bekommt man so etwas immer noch bei anderen Bands mit. Auch heute noch. Sehr viel Schwachsinn dabei! Der „wahre Geist des Black Metal“ kann sich in vielen verschiedenen Einflüssen und Facetten der Musik zeigen.

Kommen wir zu Eurem Demo. Die drei Songs sind wirklich verdammt geil geworden, ist alles so gelaufen, wie Ihr es Euch vorgestellt habt?

Butzke: Danke! Wir haben lange gebraucht bis wir uns aufgerafft haben etwas aufzunehmen, aber abgesehen davon sind wir sehr zufrieden. Sound, Design und die Stücke an sich empfinden wir als sehr stimmig und passend zueinander. Und hier nochmal ein Dankeschön an Ernesto, der mit uns mit dem Mastering ausgeholfen hat.

Sehe ich das richtig, dass Ihr großen Wert auf altbewährte Traditionen legt? Bandname und Titel des Demos sind schon sehr klassisch und ebenso die Veröffentlichung als Kassette.

Butzke: Bei diesem Projekt, in gewissen Maße durchaus. Die ganze Demo sollte schon diesen klassischen Touch besitzen. Und eine Kassette ist nun mal, da sind wir uns alle einig, das beste Medium für ein Demo-Release. Traditionen generell, müssen nur manchmal überdacht werden.

Arcane Frostxxl Geht diese Einstellung noch weiter, d.h. kann man Euch z.B. auf der Bühne mit Corpsepaint sehen?

Butzke: Bisher hatten wir uns etwas schwarzen Schmutz über die Augen geschmiert, aber wie wir das in der Zukunft handhaben, wird sich zeigen. Für komplett detailliert ausgearbeitetes und feinfühlig bemaltes Corpsepaint sind wir auf jeden Fall nicht die Typen. Genauso wenig wie für ein durchgestyltes Bühnen-Outfit oder so. Das steht anderen besser.

Wie sieht bei Euch der Prozess des Komponierens aus?

Butzke: Komponieren tun wir auf ganz klassischem Wege. Jeder einzelne bringt seine Ideen und Einflüsse mit in den Proberaum und wir arbeiten gemeinsam als Band an den Stücken. Bei ein paar Bier zusammen jammen, gefällt uns auch wesentlich besser als Zuhause am Rechner zu hocken und dort allein an den Songs zu basteln.

Was könnt Ihr mir über die Texte erzählen? Wer ist dafür verantwortlich?

Butzke: Bis jetzt habe ich die Arbeit an allen Texten übernommen. Allgemein kann ich dir sagen dass es kein komplexes Gefasel über irgendwelchen Philosophien ist. Eher ganz einfach düstere Gedanken auf das Blatt gebannt, um die Atmosphäre der Musik zu unterstreichen. Triste gefrorene Landschaften, in denen sämtliches Leben für immer ausradiert wurde. Dunkle Kräfte die in deine Seele kriechen und deinen Geist zertrümmern. So etwas.

Eure Einflüsse dürften vorwiegend bei den klassischen nordischen Künstlern und deren Werken liegen, kann das sein?

Butzke: Natürlich können wir nicht abstreiten, dass ein großer Teil der Inspiration von den üblichen Verdächtigen und deren Klassikern beeinflusst wurde. Die haben schließlich den frostigen und kalten Sound der Musik geprägt und etabliert. Wir hören aber genauso gern modernen Black Metal. Da kommen wir wieder zum Anfang des Interviews zurück. Diese Bands würden sicherlich bei einigen Leuten nicht den wahren Geist verkörpern. Hehe.

Was haltet Ihr von den mittlerweile zahlreichen Variationen im Black Metal, sei es DSBM oder dieses "Cascadian" Zeug?

Butzke: Wie eben erwähnt, interessieren wir uns auch für die „neuen“ Stile der Musik. Und wie ich am Anfang des Interviews bereits meinte, schätzen wir viele Facetten und unterschiedliche Ausrichtungen. Ob es ständig neue Genrebezeichnungen geben muss ist eine andere Frage. Die einen legen Wert auf Tempo und Aggression in ihrer Musik, die anderen legen ihre Ausrichtung eher auf Atmosphäre und Melancholie. Beides Geil, je nachdem auf was man gerade Bock hat! Das ist es ja. Black Metal kann Zerstörung und Chaos sein, genauso wie erhabene und anmutige Soundwände beinhalten.

Ihr seid ja noch in anderen Bands unterwegs, welchen Stellenwert hat da Arcane Frost für Euch?

Butzke: Wir sind alle relativ ungezwungen an die Sache rangegangen und wollten sehen wohin es uns führt. Da ich auch einige Zeit in meine Death Metal Band Cryptic Brood stecke, muss ich schon ein wenig mit dieser managen. Nils ist bei Demored, und Aron bei Endlos eingebunden. Außerdem arbeitet er und Cryptic Brood´s Steffen auch an einem Death/Grind Projekt. Wir nehmen Arcane Frost sicherlich nicht auf die leichte Schulter und sind voll motiviert, diese Idee weiter zu verfolgen.

Um nochmal auf das Format zurück zu kommen, mich würde interessieren, ob eine VÖ als Tonband in irgendeiner Weise einfacher oder vielleicht billiger ist als eine CD? Oder ist es sogar genau andersherum?

Butzke: Unbedingt einfacher ist es nicht, je nachdem wie viel Aufwand man in das gute Stück steckt. Bei so geringen Stückzahlen wie bei einer Demo ist es auf jeden Fall billiger. Aber mir persönlich geht es da nicht darum den kostengünstigsten Preis zu erzielen. Ein erstes musikalisches Lebenzeichen kommt auf Kassette einfach besser als auf CD. Gerade bei dieser intensiven Musikrichtung!

Die Limitierung ist recht klein. Wenn die Teile bald weggehen wie geschnitten Brot, wird es Nachauflagen (vielleicht auch als CD oder Vinyl) geben?

Butzke: Es wird sich zeigen ob die so gut weggehen wie du prophezeist. Haha. Falls dies der Fall sein sollte, haben wir jedenfalls noch nichts weiter damit geplant. Wenn sich jemand anbietet „Cosmic Winter“ neu aufzulegen, kann er sich sehr gern bei uns melden!

Was mir auch sehr gut gefällt, ist das fette "Fuck NSBM" auf dem Tape und auch sonst nehmt Ihr in dieser Hinsicht konsequent Stellung. Findet Ihr, dass Musiker grundsätzlich Stellung beziehen sollten, bzw. habt ihr Probleme damit, wenn Kollegen sagen, Politik und Metal sollten nichts miteinander zu tun haben?

Butzke: Alle Dinge die man tut und sagt sind ein Statement. Wenn man sich nicht positioniert, braucht man sich auch nicht wundern, wenn auf einmal ein brauner Haufen vor der Bühne steht. Natürlich geht das auch einigen auf den Sack, man eckt an und das verschließt einem einige Türen, aber das ist uns sehr egal. Wir finden es gibt zu viele Arschlöcher in der Szene. Provokation schön und gut, aber manche Dinge müssen wirklich nicht sein. Lass die Musik kalt und boshaft sein, aber sei kein verdammter Idiot!

Was sind die nächsten Pläne für die Band?

Butzke: Wir werden weiter an neuem Material arbeiten, außerdem würden wir gern einige Konzerte spielen. Konkrete Veröffentlichungen sind noch nicht geplant, aber eine EP oder eine Split mit einer anderen Band wäre klasse! Ein full-length Album wird es nicht so schnell geben. Die Musik muss wachsen und sich durch mehrere kleine Veröffentlichungen formen. Wir bleiben dran!

Die letzten Worte gehören natürlich Euch:

Butzke: Noch einmal vielen Dank das wir ein bisschen über die Band quatschen durften. Alle Interessenten können über unsere Bandcamp-Seite mal reinhören:

Uargh!!!

Vielen Dank, dass Ihr Euch die Zeit nehmt, meine Fragen zu beantworten!!

Christian Hemmer

Task Force Beer im Interview

Unter dem Einfluss eines Kastens voller Bier haben uns die Jungs von Task Force Beer ein paar investigative Fragen beantwortet. Das führt uns von finnischen Biergärten über japanische Monster bis hin zu fetten Affen aus Trier. Geil was? Und bevor jemand fragt: Doch, ich kann lesen (Zumindest ein bisschen...)!!

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(Bildquelle: FAS Photography)

Grüße nach Trier! Stellt Euch doch bitte erst mal vor! Wer quält welches Instrument bei TFB?

Moin! Wenn du lesen könntest, wärst du auf die entsprechenden Informationen im Booklet aufmerksam geworden. Da du aber scheinbar nicht lesen kannst, hoffen wir, dass dir das hier jemand vorliest: Pinch und Oos bedienen die Eierschneider, Dancing Kring sitzt hinter der Schießbude, Matze spielt ganz viele tiefe "H" (und wär gern Gitarrist) und Mario und Daniel beschweren sich öfters lautstark (über Kring) und nennen das "Gesang".

Wie kam es zur Gründung von TFB? Reine Schnapsidee, Casting oder einfach nur der logische erste Schritt auf dem Weg zur Weltherrschaft?

Die Idee wurde von Mario und Kring in Bierlaune (was sonst?) festgehalten. Pinter wurde durch einen Kumpel vorgeschlagen. Die restlichen Positionen ergaben sich aus dem Pausieren von "Katatonie", in der Daniel, Matze und Oos bis dato noch aktiv waren. Aufgrund langer bestehender Freundschaft der beiden Parteien, haben wir uns dann (auch in Bierlaune auf dem Bloodshed Fest 2016) dazu entschlossen zu "fusionieren". Seit November 2016 bestehen wir in der jetzigen Formation.

Nun ist Euer erstes Album draußen, Ihr habt alles komplett in Eigenregie erledigt. War das von Anfang an so geplant, um völlig unabhängig zu sein, oder wollte Euch keiner? (Was ich mir ehrlich gesagt kaum vorstellen kann...)

Wir hatten Anfang des Jahres ausreichend Songs im Petto. Im Mai stand dann das Grind The Nazi Scum Festival (das beste Festival der Welt) an, zu dessen Anlass wir gerne ein Album im Gepäck haben wollten. Dementsprechend haben wir nicht groß getrödelt und die Geschichte in Eigenregie aufgenommen. Für die Produktion war Stephan Adolph verantwortlich, danke nochmal an dieser Stelle.

Gibt es irgendein Label, mit dem Ihr unheimlich gerne zusammenarbeiten würdet (ich denke da z.B. an F.D.A. - würde dufte passen...), oder nehmt Ihr alles, was da in Zukunft vielleicht kommen mag?

Über Unterstützung jedweder Form würden wir uns natürlich freuen, möchten uns da aber nicht festlegen. Es hat aber auch Vorteile, das ganze in DIY-Manier zu betreiben.

Wie komponiert Ihr Eure Songs? Alle zusammen, oder bringt jeder mal eigene Ideen mit?

Ja und ja, genau so geht es am besten. Das meiste und beste entsteht bei uns im Kollektiv im Proberaum, auf Basis von Ideen, die jeder einzelne mal mit in die Probe bringt.

Die Kritiken im Netz sind bislang durchweg positiv ausgefallen, aber wie zufrieden seid Ihr selber mit Eurem Machwerk?

Sehr zufrieden. Wir lehnen uns aber nicht zurück, sondern schreiben auch schon wieder fleißig neue Songs.

Als Einflüsse gebt Ihr auf Eurer Facebook-Seite die verschiedensten Biersorten an, gibt es darüber hinaus vielleicht auch musikalische Vorbilder?

Ja.

Task force BeerxxlUm nochmal auf die DIY-CD zurück zu kommen: Ihr habt Euch ja unheimlich viel Mühe gegeben, fettes Booklet mit allen Texten zum Mitsingen, schweinegeiles Cover usw... War das nicht unheimlich teuer?

Wenn man alles gewissenhaft abwägt und vorbereitet, seine Kontakte spielen lässt, die Weltherrschaft an sich gerissen hat und seine Vorstellungen über das fertige Produkt hat, dann ist das gar nicht mehr so teuer bzw. aufwendig. Davon abgesehen sind wir sechs Personen in der Band, sodass hohe Beträge nur mit geringem Anteil auf die einzelnen Mitglieder zurückfallen. Wenn wir ab und zu mal den Bierpfand wegbringen, schafft das nochmal finanziellen Spielraum. Siehst du unser Konzept? Weltherrschaft und Bierpfand?

Apropos Cover - das Teil ist der Hammer und wurde von Giulio Huere gemacht. Wie seid Ihr auf ihn gekommen und war das ein schon fertiges Bild, oder hat er es speziell für Euch (oder gar mach Euren Vorgaben?) gestaltet?

Giulio spielt bei Insomnia Isterica, einer sehr geilen Grind-Band aus der Schweiz, zu welcher wir einen guten Kontakt haben. Aufgrund unserer Texte hatten wir grobe Vorstellungen von Details (zum Beispiel die rasierte Ziege, ein besoffener Zombie-Penner und der Biergarten) und groben Richtungen was das Cover angeht. Giulio hat das zu einem zusammenhängenden Konzept geformt, von welchem wir dann echt begeistert waren.

Weder auf Euer Facebook, noch auf Eurer Bandcamp-Seite gibt es konkrete Informationen, wie man "Meaning of life" käuflich erwerben kann oder was das Teil kosten soll. Ist das Absicht, damit eventuelle Hörer Eigeninitiative entwickeln, oder ist da irgendwas schief gelaufen?

Pures Desinteresse und Ignoranz der Hörer. Gehört zum Konzept ;-) Ne Spaß, wir finden die CD selber so cool, dass wir sie nicht verkaufen wollen. Außer auf Konzerten. Oder wenn man uns kontaktiert. Aber ansonsten nicht.

Wer ist für Eure Texte verantwortlich und wie entscheidet Ihr Euch, ob ein Song auf Englisch oder Deutsch erklingen soll?

"Mariokratie".

Ein gewisser Hauch von Humor durchweht Eure Texte, hättet Ihr Probleme damit, wenn Ihr als reine "Fun-Grind-Band" gehandelt werden würdet, oder ist Euch das mit dem Image scheißegal?

Auf ein bestimmtes Image geben wir nicht sonderlich viel. Aber zur Ecke "Fun-Grind" würden wir uns definitiv nicht zählen. Auf eine gewisse Ernsthaftigkeit beim Proben, Songwriting, auf der Bühne oder beim Aufnahmeprozess wollen wir definitiv nicht verzichten.

Wie nahe an der Realität sind die Ereignisse in "Puutarha" und "Post aus Putarha"? Gibt es die Kneipe wirklich und wenn ja, warum nennt jemand seinen Laden "Garten"?

"Garten" ist im Sinne von "Biergarten" zu verstehen. Wir hatten besagten Song ("Puutarha") gerade fertig, da kam die geistreiche Idee von Daniel, diesen Songtitel unbedingt auf finnisch zu übersetzen. Weil finnisch witzig klingt und so. Da Biergarten aber ein universelles Wort wie "Bratwurst" ist, haben wir uns auf den Begriff "Garten" (=Puutarha) beschränkt. Hätte er zum Beispiel an einen fetten Affen gedacht, hieße der Song jetzt "Rasva Apina". Und danke für die Inspiration, unser nächster neuer Song trägt den Titel "Rasva Apina". Wir verraten dir aber nicht, worum es in dem Song geht. Und ob die Ereignisse in "Puutarha" und "Post aus Puutarha" frei erfunden sind: Welches Wochenende meinst du jetzt?

Woher kommt übrigens Eure latente Affinität zu Finnland?

Eigentlich geht es nur um die Sprache. Aber das Land ist auch schön. Bestimmt. Danke an dieser Stelle auch an Petri (Sänger von Feastem) für das Intro bei "Post aus Puutarha". Die Geschichte von "Puutarha" ist übrigens noch nicht zu Ende erzählt.

Mein absoluter Lieblingssong ist eindeutig "Mothra"! Wer von Euch ist denn der Fan der kultigen japanischen Godzilla Filme und was ist seine Meinung zu den beiden Hollywood-Verfilmungen?

Das wäre dann Oos (Rasva Apina). Es gab zwischendurch mal ein Projekt/Band namens "Mothra", dessen Konzept auf alten Godzilla-Filmen beruhte. Dabei waren auch diverse TFB-Leute involviert. Der Song "Mothra" blieb von diesem Projekt noch über und wir fanden es zu schade, diesen zu verwerfen. Was die Hollywood-Verfilmungen angeht, findet der fette Affe den Roland Emmerich-Film zum Kotzen, die Nummer mit Bryan Cranston findet er dagegen sehr gelungen.

Wer ist Phil und warum grüßt Oos seine Mutter? (Wichtigste Frage von allen!!)

Kennst du das nicht? Man fängt einen dummen Witz an, dieser schaukelt sich unkontrolliert hoch, sodass keiner mehr weiß, wie man da wieder raus kommt - so wie aus Phil's Mutter. Ich selber (Oos) versuche aber jetzt damit aufzuhören (Cold Turkey).

Ihr kommt aus Trier (eine sehr schöne Stadt!!), wie sieht dort die lokale Metal-Szene aus? Gibt es ein paar Bands, die Ihr unseren Lesern empfehlen könnt?

Schleimer. Die Szene war mal bedeutend aktiver und größer als im Moment. Wir sind natürlich zur Zeit auch stark von den Umbaumaßnahmen und Einschränkungen unseres "Wohnzimmers" Exhaus beeinträchtigt. Was Bands angeht sollte man definitiv Bands wie Ill Neglect, Captain Caveman, Earthgrave, Menschenfresser, Human Remains, Ichor, Der Rote Milan, Massacre The Wasteland, Sacrilegion, Blessed Hellride, Rump-fed Ronyon, Thyranay und viele andere auschecken! Trier kann was!

Was sind die nächsten Pläne für Eure Band? Ich würde zum Beispiel empfehlen, das geniale Bandfoto auf Facebook als Poster rauszubringen!!

Aktuell schreiben wir neue Songs. Was damit passieren wird, können und wollen wir noch nicht verraten. Unser aktuelles Album erscheint demnächst in kleiner Auflage als Tape über das russische Label Narcoleptica Productions. Mal schauen, welche Merch-Ideen wir demnächst noch umsetzen werden (wir haben auch Flaschenöffner (Gruß an Iron Ingo)).

Die letzten Worte gehören selbstverständlich Euch!

Danke für das Interesse an unserer Band und die warmen Worte im Review! Kontaktieren könnt ihr uns über E-Mail, Facebook oder Bandcamp. Wir spielen fast überall, wenn ihr uns lieb fragt. Und oh weh, es ist kein Bier da...

Vielen Dank, dass Ihr Euch die Mühe macht, meine Fragen zu beantworten!!

Christian Hemmer

Interview mit ArtWars-Mediadesign

In kaum einem anderen Genre spielt das Coverartwork so eine große Rolle wie im Metal mit all seinen Schattierungen. Während es bei Megasellern im Popbreich völlig ausreicht, ein simples Helene Fischer Foto auf das Album zu klatschen und damit die Downloadcharts von hinten aufzurollen, sieht das im Metal völlig anders aus. Das Coverartwork soll den geneigten Hörer beim durchwühlen von Plattenregalen im Laden eine grobe Richtung geben, was einem bei Band XY ungefähr erwartet. Ich kenne Leute, die sich schon Platten alleine aufgrund des großartigen Artwork zugelegt haben, und auch ich muss zugeben, dass das Plattencover von Iron Maidens „Seventh Son Of A Sevents Son“ mich im Releasejahr 1988 (das jahrelang in unserer örtlichen Karstadt-Filiale in der Musikabteilung hing, die Älteren werden sich erinnern) nachhaltig beeindruckt hat. Obwohl ich damals mit acht Jahren noch zu jung für diesen ganzen Kram war, und es bestimmt noch vier weitere Jahre gedauert hat, bis ich eben jene Scheibe kaufte, aber das Cover blieb mir schon damals im Gedächtnis.
An dieser Stelle möchte ich Euch Marc Niederhagemann vorstellen. Seines Zeichens Sänger und Gitarrist der Death Metaller Lifeless und eben auch Artworkdesinger, vornehmlich für Kapellen, die im Death Metal zuhause sind.

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Moin Marc. Ich hoffe, du nimmst dir etwas Zeit, legst eine coole Platte auf und öffnest dir ein Bier. Stell dich doch mal vor, wer bist du genau, was kannst du und weshalb soll ich dieses Interview mit dir machen?

Ok, Bier ist offen, Mucke läuft... kann losgehen, haha. Vielen Dank für die Gelegenheit, ein paar Fragen für XXL-Rock beantworten zu dürfen. Also, ich bin ein mittlerweile 40 Jähriger Metalhead und freiberuflicher Künstler aus Dortmund/NRW, der unter dem Banner "ArtWars-Mediadesign" Illustrationen und Grafikdesign anbietet. Hauptsächlich im Metalbereich. Außerdem bin ich Sänger/Gitarrist bei der Death-Metal-Kapelle LIFELESS.

marcWie bist du darauf gekommen, Artwork-Künstler zu werden? Was hat dich beeinflusst und hast du eine Ausbildung dafür genossen, oder bist du der klassische Autodidakt?

Nun, ich hab schon als Kind viel gezeichnet und als ich als Teenie anfing Metal zu hören, war ich natürlich total begeistert von all den tollen Coverartworks. Ich konnte mich stundenlang in detailreichen Covern von Maiden & Co. verlieren. Ich hab das Zeichnen dann aber erst mal aus den Augen verloren und mein Leben nahm eine andere Richtung. Als ich dann 2008 eine Ausbildung zum Mediengestalter machte, überlegte ich halt, was ich am besten anstellen sollte, wenn die Ausbildung abgeschlossen ist. Da ich ja zu der Zeit schon bei Lifeless spielte, dachte ich mir, es wäre doch cool das Hobby und den Beruf zu verbinden und nicht nur als Musiker, sondern auch als Cover-Künstler und Grafiker in der Szene aktiv zu sein. Ich hab zwar, wie gesagt, eine Ausbildung zum Mediengestalter, bin aber, was das Zeichnen und Malen angeht, Autodidakt.

Was macht für dich ein gutes Coverartwork aus?

Uh, schwere Frage. Wie bei jeder Kunstform geht es meiner Meinung nach um Emotionen. Ein gutes Cover sollte in einem was auslösen. Etwas in deinem Inneren berühren. Genauso wie ein guter Song, ein gutes Buch oder ein Gemälde etc. Das ist natürlich nie objektiv und daher gibt es da auch keine wirkliche Antwort drauf, denke ich. Man könnte höchstens aus technischer Sicht das ein oder andere subjektiv beurteilen. Man betrachtet Artworks ja logischerweise mit anderen Augen, wenn man selber Künstler ist. Man sieht dann schon, was der andere hätte anders machen können, oder was er super umgesetzt hat. So ist die Kunst der anderen auch immer Inspiration und Lehrstück.

Wie lange brauchst du durchschnittlich für ein vollfarbiges, detailreiches Artwork? Wie aufwendig ist eigentlich die Gestellung eines CD-Booklets, was du ja auch anbietest?

Das Variiert sehr stark von Fall zu Fall. Ich kann grundsätzlich nichts im Akkord herunterreißen und in manchen Fällen muss ich das ganze zwischendurch auch mal ein paar Tage zur Seite legen. Es ist halt Kunst und keine Fließbandarbeit, haha. Umso länger die Band mir Zeit gibt, desto besser. Aber manchmal gibt´s halt Deadlines und dann muss eben alles zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig sein. Manche Aufträge gehen auch ganz schnell und easy von der Hand und sind recht schnell abgeschlossen. Es kommt auch immer auf die Band an. Manche lassen einen einfach machen und andere reden einem ständig rein und wollen viele Änderungen. Das verzögert den gesamten Prozess dann natürlich auch. Und meistens ist es ja auch so, dass ich mehrere Aufträge parallel bearbeite. Da geht es dann bei der Fertigstellung auch nach Dringlichkeit.
Die Gestaltung eines Layouts ist auch sehr unterschiedlich, was den Aufwand betrifft. Manche Bands wollen das bewusst ganz simpel haben und dann ist es natürlich relativ schnell gemacht. Aber meistens versuche ich auf Grundlage des Artworks da schon künstlerisch was zu kreieren. Auch hierbei ist es wieder sehr von Vorteil, soviel Freiraum wie möglich zu haben. Aber viele Bands haben auch da sehr strikte Vorstellungen und Ideen.

skull scan smallWomit zeichnest du? Alles mit der Hand, oder nutzt du Photoshop oder andere Tools?

Ich arbeite hauptsächlich in Photoshop. Das ist einfach am praktischsten und Änderungen sind schneller und einfacher machbar, als auf einem nichtdigitalen Medium. Und mit den heutigen Pinseln, die einem dort zu Verfügung stehen, ist das Malen und Zeichnen eigentlich komplett ebenbürtig zu klassischen Medien. Ich nutze ab und zu aber auch Stift und Papier und will bald auch in Acryl arbeiten.

In erster Linie (aber eben nicht nur) kennt man Deine Coverartworks von Bands, die auf FDA Records unter Vertrag stehen. Wenn Bands kein eigenes Cover mitbringen, zeichnest Du dann speziell das Coverartwork, oder können sich die Bands aus deinem Katalog geeignete fertige Bilder aussuchen?

Eigentlich kennt man im Falle von FDA Records hauptsächlich meine Layout-Arbeiten, denn fast jedes Layout der Releases dort ist von mir, haha. Cover-Artworks habe ich für FDA bisher nur eine Handvoll gemacht, weil die meisten Bands einfach schon Artworks mitbringen.
Prinzipiell biete ich meistens eine kleine Zahl fertiger Arbeiten, aus denen man auswählen kann, oder ich erarbeite etwas individuelles. Das ist eigentlich größtenteils der Fall. Die meisten Bands wollen etwas exklusives und haben schon gewisse Vorstellungen, in welche Richtung es gehen soll.

Wie schaut generell deine Arbeit für FDA aus? Bist du direkt bei Rico angestellt bzw. kannst du davon leben?

Nein, ich bin nirgends angestellt. 100% Freiberufler, haha. Im Falle von FDA bin ich sozusagen der "Hausgrafiker", der für die ganze grafische Abwicklung verantwortlich ist. Das ist für jedes Label ratsam, da jemanden für zu haben, denn im Produktionsprozess kann so einiges schiefgehen und man muss schon alles für die entsprechenden Druckereien exakt vorbereiten und anliefern. Dafür bin ich halt verantwortlich. Und der übrige Grafikkram, der so anfällt. Merchdesign, Mock-ups, Werbung etc. Das alles aber eben als freier Mitarbeiter sozusagen...

artilleryNicht nur FDA Records-Kapellen benutzen deine Werke, sondern auch viele weitere. Die dänischen Thrasher Artillery zum Beispiel, die ja schon ewig und drei Tage in der Szene unterwegs sind. Wie kam da die Zusammenarbeit zustande?

Ganz klassisch, durch einen Bekannten von mir, der die Jungs kennt. Sie hatten ihn angehauen, ob er einen Künstler für deren Album zur Hand hätte und er schlug mich vor. Wir waren uns dann recht schnell einig und ihnen gefiel meine Idee fürs Cover. Sehr entspannte Zusammenarbeit. Würde gerne wieder für sie arbeiten. Überhaupt sind größere Acts oft viel entspannter. Die Zusammenarbeit mit Master war zum Beispiel auch total easy.

Generell arbeitest du mit vielen Death-Metal-Bands zusammen, was sich bei deinem Stil ja auch anbietet. Wärest du generell offen für andere Genres, oder nimmst du nur Aufträge an, auf die du auch wirklich Bock hast?

Ich bin prinzipiell erst mal offen für alles eigentlich. Aus künstlerischer Sicht sind gerade Sachen, die man nicht täglich macht interessant. Totenschädel male ich dir mittlerweile wohl schon im Schlaf, haha. Obwohl mir das auch weiterhin total Spaß macht. Das war jetzt nicht negativ gemeint. Bin ja selber Death Metaller und liebe so was einfach. Trotzdem würde ich nicht alles machen. Wenn ich z.B. abschätzen kann, dass das, was gewünscht ist überhaupt nicht qualitativ gut genug durch mich umsetzbar ist, würde ich lieber direkt ablehnen. Man ist nicht an jedem Punkt technisch gut genug für alles, weil das ein ewiger Lernprozess ist. Auch bei zu sexistischer Gewaltdarstellung, wie sie im Brutal Death Metal-Sektor ja oft vorkommt, bin ich skeptisch und würde nicht alles machen. Es ist eben immer eine Einzelfalleinschätzung.

asphyx shirt2016Ist es schon einmal vorgekommen, dass eine Band von dir ein Artwork haben möchte, du diese Band aber partout nicht ausstehen kannst bzw. diesen Auftrag lieber ablehnen möchtest?

Bisher nicht. Wobei es sicherlich so einige Bands gibt, bei denen ich das so empfinden würde, hahaha. Aber auch wenn ich subjektiv deren Musik nicht mag, kann das, was sie als Artwork wollen trotzdem eine reizvolle Herausforderung sein.
Anders wäre das bei einem ideologischen Hintergrund den ich grundsätzlich ablehne. Darüber könnte ich nicht hinwegsehen und würde ablehnen.

Du hast oft wiederkehrende Themen (düstere Landschaften, Friedhöfe und eine Vorliebe für Totenschädel), seit letztem Jahr hast du einige schwarz/weiß-Motive gemacht, die nun unter anderem auf Shirts von Dawn of Disease oder Morbitory gelandet sind oder auch auf der Homepage von diesem gewissen XXL-Rock grinsen. Du hast mir mal erzählt, dass du lediglich Skizzen von diesen Bilder auf Facebook gepostet hast und sofort Anfragen von Bands bekommen hast. Meinst du, dass du das in Zukunft weiterausbauen wirst?

Das stimmt. Ich hatte während meines Urlaubs ein paar s/w Bilder in Arbeit und hab während des Entsehungsprozesses Bilder davon gepostet. Diese Bilder wurden alle sofort gekauft, obwohl sie zu dem Zeitpunkt noch gar nicht fertig waren, hahaha. Ich hab wohl einfach Glück gehabt, dass es gerade ein paar Bands gab, die genau so was zu der Zeit suchten. Die haben dann direkt zugeschlagen. Aber so was kann man ja eh nicht erzwingen. Manche Sachen liegen auch einfach erst mal rum, bis sie vielleicht mal jemand gebrauchen kann. Wie gesagt, die meisten wollen eh was exklusives nach ihren Vorstellungen.

Hast du selber einen Lieblingskünstler?

Klar, so einige! Im Metalbereich sind das u.a. Dan Seagrave (vor allem die Sachen aus den 90ern - absolut Kult!), Andreas Marschall, Mark Riddick, Nekronicon (Daniel Corcuera), Eliran Kantor, Nick Keller, Toshihiro Egawa, Kristian Wahlin (Necrolord), Ola Larsson, Wes Benscoter...
Im Nicht-Metal-Bereich u.a. Daarken, Kekai Kotaki, Karl Kopinski, Raymond Swanland, Adrian Smith (nein, nicht der Maiden Gitarrist, haha), Peter Mohrbacher und noch so einige...

lifeless  the occult mastery cover WEBDu zeichnest nicht nur, sondern brüllst auch bei Lifeless ins Mikrofon und bist folgerichtig auch für das Coverartwork zuständig. Wie wichtig ist dir in diesem speziellen Fall das Cover? Geht das Songwriting dabei einher, oder nimmst Du einfach ein Bild, was cool ist und ihr nützt das dann als Cover?

Das ist mir in dem Fall besonders wichtig und ist immer mit den Lyrics abgestimmt. Besonders beim neuen Album hab ich mir sehr lange sehr viele Gedanken gemacht und die Themen der Texte symbolisch ins Artwork einfließen lassen. Das war auf jeden Fall bisher eins meiner längsten Projekte von der Umsetzung her.

Stell dir vor, Mark Riddick oder Dan Seagrave mailen dich an und meinen, dass man mit dir gut Biertrinken kann, eure Musik der Hammer ist und bieten an, das Coverartwork abzuliefern. Wärst du dafür offen oder muss ein Lifeless Album unbedingt ein Artwars-Mediadesign haben?

Das wäre nicht grundsätzlich ausgeschlossen, aber dennoch höchst unwahrscheinlich, weil ich einfach am besten das umsetzen kann, was ich auch in meinen Lyrics ausdrücken will. Und noch dazu spart das eine Menge Geld, wenn ich das mache, hahaha.

Wo wir schon mal beim Thema sind, wie schaut es dann da mit einem neuen Album aus?

Alles fertig! Kommt im Juli (CD, DIGI, Download), bzw. im August (LP).

JBD coverWelches Artwars-Mediadesign Motiv findest du richtig gelungen und welche Plattencover anderer Künstler findest du zum niederknien?

Das neue Lifeless Cover ist definitiv eine meiner besten Arbeiten bisher. Aber auch das Tourshirt-Design für Asphyx von 2016, oder das Cover für die kommende Just Before Dawn Scheibe finde ich sehr gelungen. Aber das selber einzuschätzen ist ja eh so eine Sache...
Zum Niederknien? Zu viele, haha...

Wichtigste Frage zum Schluss: mit welcher Biermarke kann ich dich am meisten beeindrucken?

Dortmunder Hövels!

Sven Meier

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Dethrashion im Interview

Wie klein die Welt manchmal doch ist. Letztens erst habe ich noch Zombie Riot interviewt, nun meldet sich deren Ex-Sänger mit dem ersten Album seiner neuen Arbeitgeber Dethrashion zu Wort. Die Kollegen zocken eine verdammt coole Mischung aus Thrash mit Death Metal Gesang, die man unbedingt mal antesten sollte. Goldkehlchen Kai war so nett, meine Fragen zu beantworten und hat so ganz nebenbei schon mal das Coverartwork für die nächste Scheibe verraten (höhöhö!)...

Dethrashion xxl

(Bildquelle: Band)

Seid gegrüßt, wie läuft's bei Euch in Hannover?

Hi! Hier läuft es gut, am Wochenende haben wir zusammen mit Destruction vor knapp 500 Leuten in Wolfsburg gespielt und am Tag zuvor ist unser Debüt Album erschienen. Seit Montag ist Hannover auch noch Tabellenführer, die letzten Tage waren also sehr erfreulich. Dazu bereiten wir uns auf unseren nächsten Gig, diesen Freitag in Hannover vor.

Stellt Euch doch bitte erst einmal vor, wer macht was bei Dethrashion? Seit wann gibt es Euch und wie kam die aktuelle Konstellation zustande?

Ich nehme mir mal die Freiheit und hake die beiden Antworten in einem Abwasch ab. Gegründet wurde die Band im Februar 2014 von Vlad und Bö. Die beiden kannten sich schon aus verschiedenen früheren Projekten und sind auch privat schon seit gefühlten 100 Jahren befreundet. Im Sommer hat man dann die alten Sänger Jean und Henk engagiert. Im nächsten Frühjahr kam dann Jens als Bassist dazu, ging jedoch schon im Sommer 2015 wieder. Aufgrund interner Unstimmigkeiten, was die Ausrichtung der Band anbelangt, zu denen ich allerdings nichts sagen kann, da ich damals noch nicht mit der Band im Kontakt stand, verließ dann Jean die Band Ende 2015.

Ich selber habe dann Henk auf einem Konzert kennen gelernt und mich mit ihm ausgetauscht, da ich damals noch bei Zombie Riot den Gesang gemacht habe. Kurze Zeit später fragte er mich dann, ob ich nicht bei Dethrashion einsteigen wolle und da ich das Gefühl hatte, Zombie Riot nicht mehr die Aufmerksamkeit geben zu können, die die Band verdient hatte, sagte ich zu. Im März kam dann Sven dazu, der vorher noch bei Alien to the System die dicken Saiten gezupft hat und hat damit dann das aktuelle Line Up voll gemacht.

Kai - Gesang

Vlad und Henk - Gitarre

Sven - Bass

Bö - Drums

Nun habt Ihr Euer Debütalbum herausgebracht, wie zufrieden seid Ihr selber mit dem Ergebnis?

Wir sind vor allem erst mal froh, dass es endlich geklappt hat. Aus widrigen Umständen mussten wir das Album quasi zwei mal Aufnehmen, dazu kamen immer wieder neue Musiker, die eingearbeitet werden mussten etc. pp. Immerhin haben wir jetzt fast drei Jahre gebraucht, um das Teil soweit zu haben, dass wir es veröffentlichen konnten. Zufrieden sind wir an sich natürlich damit, sonst hätten wir es in der Form nicht raus gehauen. Trotzdem war es für fast alle das erste Mal, dass wir ein richtiges Album produziert, bzw. die Produktion begleitet haben und man hat eine Menge gelernt, was Abläufe und Strukturen angeht. Das sind alles Erfahrungen, die wir mitnehmen werden in die Zukunft. Wir wissen jetzt, dass man ein Album nicht "mal eben so" macht und wie viel Zeit, Geld und Mühe in so einem Projekt steckt.

Natürlich hätten wir auch einfach in einem Homestudio am PC die Sachen aufnehmen, mischen und auf Bandcamp stellen können, aber irgendwie hat sich das nicht richtig angefühlt und auch wenn es heutzutage ungewöhnlich ist, direkt eine richtige Scheibe in analoger Form rauszuhauen sind wir froh, dass wir es so gemacht haben.

Vom Songwriting her ist das Ganze ebenfalls ein Abriss der letzten drei Jahre und auch dort haben wir eine Menge dazu gewonnen im Laufe des Prozesses und haben Dinge gelernt und uns angeeignet, die wir nutzen werden, um uns in Zukunft zu steigern. Das Album ist Dethrashion der Jahre 2014-2016 und darauf sind wir verdammt stolz.

Bleiben wir erst einmal bei der thrashigen Seite Eurer Musik, die ja erfreulich "Old School" ausgefallen ist. Was sind da Eure Vorbilder, bzw. Einflüsse?

Da kann ich dir jetzt keine großen Geheimnisse verraten, ich denke die Vorbilder und Einflüsse sind wie bei fast allen immer die altvorderen Bands. Metallica und Slayer stehen bei meinen Bandkollegen hoch im Kurs, aber auch alte Sachen von Dimebag, Sepultura und Megadeth haben ihre Spuren hinterlassen. Wenn man auf Thrash Metal der alten Schule steht, ist es schwer nicht bei den üblichen Verdächtigen zu landen.

Was haltet Ihr vom sogenannten "Neo-Thrash"?

Ehrlich gesagt hat bei uns keiner eine richtige Idee, was es damit auf sich haben soll. Wir sind ja quasi fast schon allesamt alte Männer. Mir persönlich rollen sich aber immer schon mal präventiv die Fußnägel hoch, sobald irgendwer seine Musik mit Adjektiven wie „neo“ oder „post“ bewirbt. Ich bin aber auch kein Freund von Kleinschubladerei und Subgenrefetisch.

Grundsätzlich gilt aber, dass jeder nach seiner Facon selig werden soll und wer meint ,er müsste Neo-Post-Core-Thrash machen, oder weiß der Geier was, dann wünsche ich Ihm alles erdenklich Gute, nur anhören werde ich es mir nicht, haha.

Was Euch ja von Anfang an sehr originell macht, ist der Death Metal Gesang, den man so ja zunächst nicht erwarten würde. Wie seid Ihr zu dieser Kombination gekommen? War das schon von Anfang an Eure Marschrichtung, oder kam das erst mit dem neuem Sänger Kai?

Das kam erst durch mich dazu. Der alte Sänger hatte noch einen Gesangstil der wesentlich näher am üblichen Thrash-Ton dran war. Das ist allerdings eine Tonlage, die mir komplett fehlt und als Henk damals versucht hat, mich für die Band anzuheuern habe ich Ihm auch gleich gesagt, dass ich in der Richtung keinerlei Talent habe. Er schickte mir dann eine Probeaufnahme von "Nuclear Stormtroopers of Satan" der damals noch einen (man mag es kaum glauben) wesentlich beknackteren Namen hatte und ich stellte fest, dass die Kombination durchaus klappen könnte, wenn ich mich nicht nur auf tiefe Töne verlassen, sondern zwischen tiefen und hohen Stimmlagen wechseln würde. Das ganze war quasi ein Produkt der Umstände.

Dethrashion  Assault BombardmentxxlKai, Du klingst an manchen Stellen meiner Meinung nach, wie Kollege Ola von Grave. Hast Du bestimmte Vorbilder, was den Klang Deiner Stimme angeht, oder growlst Du einfach drauf los?

Den Vergleich habe ich noch nicht gehört, bisher ist mir öfter gesagt worden, dass ich gewisse Ähnlichkeiten mit Chris Barnes hätte. Ich mag SFU schon seit diversen Alben nicht mehr, aber schmeicheln tut es einem ja trotzdem, hehe. Vorbilder direkt habe ich nicht, ich growle schon seitdem ich 15 bin und hab das nie versucht an irgendeiner anderen Stimme zu orientieren, sondern hab es immer so gemacht, wie es sich für mich richtig angefühlt hat. Wichtiger war für mich immer, dass man trotz guturalem Gesang noch so gut es geht den Text verstehen kann.

Persönlich mag ich aber Olas Stil sehr gerne, Phill Hall von Cannabis Corpse hat auch ein abgedrehtes Organ und Corpsegrinder ist halt auch irgendwie eine Ikone auf dem Gebiet. Ich mag aber auch die Stimme von Lesly Wolve oder Ben Falgoust (Mortals und Goatwhore) sehr gerne.

Wie schreibt Ihr Eure Songs? Alle zusammen, oder kommt jeder mit fertigen Ideen an?

Hauptsächlich arbeitet Vlad am Songwriting und die anderen Instrumentalisten bringen dann ihre Vorschläge und Ideen mit ein. Fairerweise muss man aber sagen, dass die anderen drei schon relative Gestaltungsfreiheit an ihren Instrumenten haben, solange es am Ende irgendwie mit dem Songkonzept zusammen geht. Da ich selber kein Instrument spiele, abgesehen von Schlagzeug auf Kindergartenniveau, ist mein Beitrag zu den Songstrukturen meistens auf Aussagen wie " Mach an der Stelle mal so ratatatdamdam" beschränkt. Hören tut dann auch keiner drauf, das Leben ist unfair, haha.

Kommen wir zu den Texten, wovon handeln die und wer von Euch ist dafür verantwortlich?

Texte sind dann tatsächlich komplett meine Baustelle, da hat aber auch bisher niemand Ambitionen gezeigt, sich zusätzlich zu engagieren. Mit der Themenauswahl ist das natürlich so eine Sache. Zeig mir ein metalaffines Thema, über das nicht schon tausende Texte verfasst worden sind. Da kann ich dann leider auch das Rad nicht neu erfinden, ich kann nur versuchen Chromfelgen drauf zu hauen.

Da haben wir dann auf der einen Seite klassische Horror/Action Endzeit und Pulp Themen wie in "Nuclear Stormtroopers of Satan" und "March of the Rotten", Bolt Throwereske Kriegslyrik im Titelsong, in "Visions" beschreib ich den Todeskampf von jemandem, der sich eine Überdosis gesetzt hat und in „Paltriness“ versteckt sich eine kleine Abrechnung mit Personen und Gegebenheiten, die mir und der Band sauer aufgestoßen sind, das Ganze jedoch ohne persönlich zu werden oder ähnliches, eher abstrakt.

"Ploughshares to Swords" ist ein traditionell antichristlicher Text, der sich lose mit der Offenbarung des Johannes auseinander setzt und ein religiöses Weltuntergangs- bzw, Götterdämmerungsszenario beschreibt. "Disciples of christ, your god is dead".

Den Text zu "Whisky Warrior" habe ich wenige Tage nach Lemmmys Tod geschrieben ohne drüber nach zu denken, dass im nächsten Jahr wahrscheinlich die Hälfte aller Alben die im Metal raus kommen ein Lemmy-Tribute enthalten werden. Unseren Song finde ich bisher trotzdem am besten, haha!

Für die Zukunft habe ich schon ein paar Themen parat, die ich gerne beackern würde, dabei sind Sachen wie Tagesthemen und Alltagsängste und solche Dinge für mich potenziell eher uninteressant. Aktuell sitze ich an einem Text über den hannoverschen Massenmörder Fritz Haarmann. Ich bin gespannt wie das am Ende der Umsetzung klingt.

Ihr seid bei Kernkraftritter Records gelandet. Wie kam der Kontakt zustande und seid Ihr mit den Kollegen und ihrer Arbeit dort zufrieden?

Wie genau damals der Kontakt zustande kam weiß ich nicht. Auf jeden Fall gab es 2015 einen KKR Labelgig in Braunschweig, wo wir noch mit altem Sänger auf der Bühne standen. Da Niedersachsen szenetechnisch recht klein ist und man sich dann im Laufe der Zeit immer wieder über den Weg lief blieb es nicht aus, dass der Kontakt irgendwann enger wurde. Als sich dann herauskristallisierte, dass wir in der aktuellen Besetzung ernsthaft angreifen und unsere erste Scheibe als richtiges Album veröffentlichen wollten, suchten wir das Gespräch mit Kay der uns mittlerweile schon diverse Male live gesehen und auch mit Gigs unterstützt hatte. Das ganze wuchs dann irgendwie zusammen und als wir das Album dann zum Großteil im Kasten hatten, machten wir dann Nägel mit Köpfen.

Kay selber macht dabei einen bemerkenswerten Job. Der Typ malocht wie ein Stier und führt quasi nebenbei noch ein geiles Label, das jungen und talentierten Bands aus der Region die Möglichkeit gibt sich überregional zu präsentieren. Dementsprechend sind wir natürlich sehr zufrieden und merken was mit einem motivierten Label alles möglich ist, was man alleine nie stemmen könnte.

Sprechen wir mal über das Cover. Wer ist denn für dieses gewöhnungsbedürftige (um es mal nett auszudrücken!) Motiv verantwortlich?

Grasenstyle Bloodworks hat das Cover gemalt und es ist eigentlich genau so geworden wie wir das wollten. Retro-trashiger Charme (trash, nicht thrash) und in bunt. Beim nächsten Mal nehmen wir ein Foto von Henk, der sich ein Spiegelei brät, versprochen. (Da bestehe ich drauf! -Christian)

Was könnt Ihr mir über die Metal-Szene in Hannover erzählen? Gibt es außer Euch und Cripper noch weitere empfehlenswerte Bands?

Früher dachte ich, dass die Situation nur bei uns so verkorkst wäre. Seitdem ich mit der Band rumkomme höre ich aber überall die selben Geschichten. Es gibt bei uns ne Menge Leute und man kann eigentlich nicht durch die Stadt gehen, ohne dass man ein oder zwei Leute anhand der Kleidung oder der Shirts als Metalheads identifiziert, nur passiert in der Stadt trotzdem wenig. Zum einen mangelt es an tauglichen Locations, zum anderen hat man aber auch immer das Gefühl, dass wenn dann mal was los ist, trotzdem keiner so recht aus der Bude kommt.

Zugegeben, 2016 war Konzerttechnisch schon schwer in Ordnung für Hannoveraner Verhältnisse. Schauen wir mal, wie das so wird. Ansonsten hat mit der Subkultur nach langer, langer Zeit mal wieder ein sehr guter Laden in Hannover auf gemacht. Metal läuft da zwar eher nebenher, aber der Besitzer bietet der Metalszene immerhin eine Bühne und das ist eine gute Sache. Ich hoffe, der Laden wird angenommen und kann sich auf Dauer halten. Das wäre für die Stadt ein echter Gewinn.

Bandtechnisch gibt es hier natürlich die allseits beliebten und geschätzten Veteranenkombos wie die von dir erwähnten Cripper, aber auch Morridigan, Scarnival, Magna Mortalis und Inquiring Blood. Das sind Kombos, mit denen man beim Plattenkauf nichts falsch machen kann. Der neue, heiße Shit sind definitiv meine Ex-Band Zombie Riot und The Black Court. Bei Zombie Riot sag ich das nicht einfach nur so, sondern die haben echt was drauf. Aller feinster Old School Death Metal mit der Keule ins Gesicht. The Black Court machen ordentlichen Melodic Death Metal Budenzauber. Beide haben letztes Jahr ne EP rausgehauen.

Was hört Ihr Euch privat so an? Gibt es da auch Vorlieben außerhalb des Metals? (Helene Fischer oder so?)

Privat hören wir schon alle hauptsächlich Metal. Sven, Henk und meine Wenigkeit sind eigentlich überwiegend im Death Metal zu Hause, wobei ich den Black Metal seit ein bis zwei Jahren auch wieder sehr spannend finde. Island und Canada spucken gerade eimerweise interessante Bands aus. Vlad ist hauptsächlich mit Thrash und Black Metal beschäftigt und Bö ist mit klassischem Thrash eigentlich am besten bedient.

Außerhalb von Metal können sich Vlad, Bö und Sven gut auf Classic Rock wie ZZ Top, Pink Floyd und Co. einigen. Bö hat darüber hinaus noch eine Schwäche für Joe Satriani und die Foo Fighters. Außerdem hat er als gebürtiger Iraner die dortige Szene auch immer im Blick. Ich selber hör zur Entspannung gerne irgendein generisches Classic Rock Radio und lass mich berieseln, es gibt auch einige Punk und Hard Rock Scheiben die immer mal wieder durch laufen. Dass eigentlich alle parallel noch Motörhead irgendwie hören, brauche ich glaube ich nicht erwähnen.

Habt Ihr Euch das neue Kreator Album schon angehört? Wenn ja, was ist Eure Meinung dazu?

Henk ist der einzige, der es schon komplett gehört hat. Laut seiner Meinung ist es gut, aber eben halt genauso wie alle anderen Kreator Alben auch. Ich persönlich habe ein bis zwei Lieder gehört und war der selben Meinung. Kreator sind eben immer solide. Was mich ein wenig stört, ist der ganze Hype und Personenkult um die Band und Mille. Das ist gar nichts persönliches oder konkretes, aber wenn ich am Bahnhof in den Zeitschriftenladen gehe und mich Mille Petrozza wie ein Pop Star von fünf verschiedenen Magazincovern anglotzt und ich mir auf Youtube Videos von Listeningsessions mit anschließender Pressekonferenz angucken kann, dann hab ich irgendwie das Gefühl im falschen Film zu sein.

Ändert alles nichts daran, dass die Band es immer noch drauf hat und ich mir die „Hordes of Chaos“ immer noch regelmäßig reinziehe.

Ganz allgemein gefragt: Was sind Eurer Meinung nach die fünf wichtigsten Thrash-Alben der Musikgeschichte?

Ganz allgemein können wir dir da jetzt auch keine anderen Sachen nennen als die, die man immer hört. „Arise“, „Master of Puppets“, „Reign in Blood“, „Bonded by blood“, „Rust in Peace“ etc. pp.

Mir persönlich war „Agent Orange“ immer wichtig, da das eins meiner ersten Metalalben war. Ansonsten war mir "Unchain the wolfes" von Destroyer 666 immer lieb und teuer.

Was sind die nächsten Pläne für Dethrashion?

Bei uns stehen jetzt noch ein paar Konzerte auf dem Plan, wir sind aber schon am werkeln, dass es dieses Jahr wieder ungefähr so viele werden wie im letzten Jahr. Ansonsten haben wir ganz aktuell gerade ein neues Shirt in der Mache und schreiben auch schon an neuem Material. Wie du siehst, ruhen wir uns auf dem "Erfolg" also nicht aus. Wann da was konkret aber wo passieren wird, steht natürlich noch nicht fest. Ungefähre Ideen und Wünsche sind vorhanden, das werden wir dann aber zu gegebener Zeit artikulieren.

So das soll's gewesen sein, die letzten Worte gehören Euch.

Danke, dass du einer jungen und talentfreien Band wie uns die Möglichkeit bietest eine Plattform zu haben. Für den Rest da draußen: Wir freuen uns wenn ihr unsere Konzerte besucht oder unser Album holt. Das wünschen wir uns nicht nur für uns, sondern auch für die anderen jungen und wilden Bands da draußen, die eine Chance haben wollen. Die alten Helden sind wichtig, aber vergesst nicht, dass irgendwer die Fackel mal weiter tragen muss.

Support your local underground!

Christian Hemmer

Norrut im Interview

Der Underground brodelt, gerade der einheimische! Aber nicht nur beim Death Metal, nein auch der deutsche Black Metal hat einiges zu bieten. Ein gutes Beispiel sind die Kollegen von Norrut, die mit ihren Debüt bei mir eingeschlagen sind wie 'ne Bombe! Herrlicher Old School Black Metal, aggressiv, schnell und hasserfüllt. Das muss man unterstützen und deshalb haben wir die Band zum Interview geladen. Ihre Meinung zu modernen Strömungen im Black Metal und was es schon zu einem Nachfolger zu erzählen gibt lest Ihr exklusiv nur bei uns:

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(Bildquelle: Band)

Stellt euch doch erst mal vor. Wer macht was bei Norrut?

Wir sind Tobias alias T. am Gesang, Thomas alias Surtr am Bass, Steven alias Abigor an der Gitarre und Christoph alias Dementum an den Drums.

Euer Debüt-Album "Totenpforte" ist ein ganz ausgezeichnetes Werk geworden. Wie zufrieden seid ihr selbst, jetzt mit etwas Abstand zu den Aufnahmen? Wie sind bis jetzt die Reaktionen auf das Album? Habt ihr schon ordentlich was verkaufen können?

Erst einmal DANKE! Im Grunde sind wir mit unserem Erstlingswerk sehr zufrieden auch wenn man rückblickend einige Sachen anders hätte machen können, dabei handelt es sich aber um Kleinigkeiten die bei zukünftigen Aufnahmen dann anders laufen.
Die Reaktionen auf die Scheibe sind für uns stellenweise sehr außergewöhnlich was jetzt aber im positiven Sinne gemeint ist. Um es auf den Punkt zubringen, sie sind mehr als gut und das ist für uns auch der Ansporn um ''gleich'' noch einen drauf zusetzen und jede Woche den Proberaum in Schutt und Asche zu legen. Was den Verkauf betrifft haben wir auf jeden Fall eine gewisse Menge unter die Menschheit gebracht aber man kann doch behaupten, dass die EP noch ein wenig im Verkaufsregal festklebt.

Das gute Stück gibt es als CD und MC. Ist vielleicht auch noch eine Vinyl-Version in Planung?

Ja das stimmt. Bei den MC's haben wir es noch ein wenig interessanter gemacht und 10/100 Stück signiert .Das Thema Vinyl ist schon immer mal im Gespräch und auch ein kleiner Wunsch von uns allen in der Band, aber zu „Totenpforte“ wird es keine Auflage des schwarzen Goldes geben. Vinyl ist halt auch eine Kostenfrage und für uns im Moment nicht spruchreif. Für spätere Releases wie z.B. unser kommendes Album wollen wir aber auf jeden Fall ne Vinylauflage an den Start bringen, wir wissen nur noch nicht, welches Bandmitglied die Kohle dafür auf dem Homo-Strich zusammen nudeln muss.

Wie seid ihr vom Metal-Virus infiziert worden und wie seid ihr beim Black Metal gelandet?

Im Grunde ist das ganze ziemlich simpel, jeder von uns steht auf Mucke der harten Gangart und ist damit groß und alt geworden, da der Black Metal für jeden von uns zur interessantesten Spielart des Metals gehört hat er uns natürlich sofort in seinen Bann gezogen.

Warum ist der Black Metal die für euch perfekte Spielart geworden, eure künstlerischen Ambitionen in die Tat umzusetzen?

Zum einen reizt uns der technische Anspruch der bei der Vertonung unseres Hasses von Nöten ist, andererseits spricht uns der düstere musikalische Grundton des Black Metals persönlich sehr an und bietet uns die Möglichkeit unsere Empfindungen dieser Welt gegenüber perfekt zum Ausdruck zu bringen.

Wo liegen eure musikalischen Einflüsse?

Unsere Einflüsse kommen aus den verschiedensten Bereichen der Musikwelt, angefangen bei Despised Icon aus dem Deathcore/Deathmetal-Bereich, über AC/DC, Alice Cooper und Black Sabbath. Der größte Einfluss ist natürlich der Black Metal mit Bands wie Darkthrone, Marduk, Urfaust, Mayhem, Endstille und Betlehem, um einige unserer vielen Einflüsse anzureißen.

norrutWie kann man sich den Songwriting-Prozess bei Norrut vorstellen? Setzt ihr euch gemeinsam hin, um zu komponieren, oder bring jeder schon fertige Ideen mit?

Abigor steuert 95 Prozent der Melodien zum Schaffensprozess bei, indem er zu Hause mit der Klampfe experimentiert und zu Spitzenzeiten mehrere Songs gleichzeitig unter der Leerung mehrerer Flaschen Scotch (auch gleichzeitig!) komponiert.
Mit den Melodien geht es dann ab zur Probe, bei der der Rest der Band diese auf die Ohren bekommt und wenn dann soweit alles passt wird Dementum mit seiner Schießbude aktiv und steuert die Drumlines dazu. Surtr pickt sich dann meistens aus den Gitarrenriffs das raus was er braucht und baut sich das ganze zusammen bzw. erstellt eine eigene Basslinie. Gemeinsam werden die Melodiebausteine in schlüssige Songkonzepte umgewandelt bis jeder damit zufrieden ist.

Wer kümmert sich um die Texte und wovon handeln sie?

Sämtliche Texte entspringen Dementums kranken Gehirnwindungen. Die Totenpforte-Lyrics handeln alle vom Menschensterben durch verschiedenste Herbeiführungsmethoden oder vom Untergang des großen Ganzen, auch Welt genannt. Die Lyrics unseres nächsten Albums, welches momentan noch im Entstehungsprozess ist, haben ihren Ursprung in der nordischen Mythologie, wohin die textliche Reise bei späteren Werken hingehen wird ist gegenwärtig noch unklar.

Euer Bandname kommt aus dem schwedischen und bedeutet meines Wissens soviel wie "nordwärts" oder auch "aus dem Norden kommend". Wie seid ihr auf den Namen gekommen und warum damals die Umbenennung ( zunächst nanntet ihr euch ja Obscurus Dementia)?

Richtig! Norrut bedeutet nordwärts und entspringt dem schwedischen. Nordwärts ist auch der Liedtitel eines der Lieder, die parallel zu den "Totenpforte"-Aufnahmen entstanden ist. Der Titelname hat Abigor in seinem tiefsten Inneren scheinbar so beeindruckt, dass er die Band am liebsten gleich so getauft hätte, nach einer Beratschlagung entschieden wir uns dann für die schwedische Vokabel, da sie einfach geil klingt und schön kurz und knapp ist, im Übrigen auch ein Umbenennungsgrund, Obscurus Dementia ist uns im Laufe der Zeit doch zu lang und uneinprägsam geworden.

Ihr habt stimmige Pseudonyme und benutzt Corpsepaint. Wie wichtig sind die klassischen Attribute des Black Metal für euch?

Als traditionsbewusste Blackmetaller sind diese Attribute natürlich sehr wichtig für uns und gehören schlicht und einfach dazu!

Ihr seid bei This Winter Will Last Forever untergekommen, wie kam der Kontakt zustande?

Nach dem wir ''Tortured Faces'' im Kasten hatten ist es als erstes Lied überhaupt im Netz gelandet, besser gesagt auf unserer Facebook-Seite. Die Nummer hat Norrut schon bei Zeiten eine positive Resonanz verschafft worauf sich dann nach wenigen Tagen This Winter Will Last Forever gemeldet hat .

Seid ihr zufrieden mit der Arbeit der Italiener?

Was die Konditionen angeht sind wir mehr als zufrieden, verkaufstechnisch hätte "TWWLF" wahrscheinlich mehr erreicht wenn der Preis pro EP anfänglich nicht so hoch gewesen wäre. Für die trotz gesengten Preises immer noch eher schleppenden Verkäufe kann man das Label an sich nicht verantwortlich machen, da wir ja nun doch noch unbekannte Newcomer sind und die Zauberkräfte der Italiener in Bezug auf "aus Scheiße Gold machen" streng limitiert sind.

Wie viel Mitspracherecht hattet ihr bei der Gestalltung der CD?

100%

Wie intensiv verfolgt ihr die aktuelle Black Metal Szene, egal ob Mainstream oder Underground?

Da die alltäglichen Verpflichtungen aller Bandmitglieder den Großteil des 24 Stunden-Tages einnehmen bleibt natürlich nicht all zu viel Zeit um alle außerberuflichen Privatinteressen immer sofort zu befriedigen, trotz alle dem schaut schon jeder von uns immer mal nach was seine bevorzugten Bands oder die Szene an sich so treiben, auch wenn es manchmal intensiver sein könnte sind wir dennoch darauf bedacht nichts aus den Augen zu verlieren.

Was ist eure Meinung zu den modernen Strömungen innerhalb des Black Metal, wie z.B. "Desressiv Black Metal", "Cascadian" oder "Nidrosian"? Überflüssiger Hype oder Bereicherung der Szene?

Im Grunde ist es überflüssiger Hype, schon der Gedanke ein Subgenre nochmal zu zerstückeln und in Sub-Subgenres zu zerlegen zeugt von hoher Kreativität Einzelner. Entweder es ist geil klingender Black Metal, egal welcher Strömung er auch immer angehören mag, oder es ist nicht geil klingender Black Metal, wobei dann auch hier die Strömung egal wäre. Soviel dazu!

Wie sehen eure privaten Hörgewohnheiten aus? Nur Metal, nur vom härtesten oder habt ihr auch musikalische Vorlieben, die sich überhaupt nicht in eurem Sound wiederfinden?

Jeder von uns hört natürlich auch Sachen die nicht dem Metal zu zuordnen sind, solang das Gehörte dem jeweiligen Hörer gefällt, insgesamt aber dominieren schon die harten Klänge, insbesondere der gute alte BM!

Ihr kommt aus Sachsen, wie verbunden seid ihr mit der dortigen Underground Szene?

Es bestehen freundschaftliche Beziehungen zu verschiedenen BM-Bands aus unserer Umgebung, wer oder was das Who is Who der sächsischen Szene ist und ob wir Der/Die/Das schon mal getroffen haben entzieht sich momentan leider unserer Kenntnis. Auf den Konzerten, die wir möglichst zu besuchen versuchen, wurde uns zumindest noch keine Elite vorgestellt.

Ihr arbeitet bereits an neuen Songs, was könnt ihr mir dazu sagen?

Wir arbeiten momentan auf unser Debütalbum hin, welches zum Großteil soweit im Kasten ist. Klanglich ist es genauso raw wie "Totenpforte", jedoch haben wir beim überwiegenden Teil der Songs Parts eingebaut, die ordentlich Atmosphäre aufbauen. Alles in Allem wird es somit melodischer, ohne dem rauen Spirit des ursprünglichen BM einen Abbruch zu tun. Inhaltlich werden verschiedene Charaktere und Rituale, als auch diverse Begebenheiten und Geschichten der nordischen, bzw. altgermanischen Mythologie thematisiert. Kurz gesagt: Man kann sich darauf freuen, denn es wird großartig sein!

Noch eine typische "Jahresende-Frage": Was waren für euch die besten Alben des Jahres 2016?

Da wären schon mal "Turan" von Darkestrah, die Splitt von Artam und Wolfkrieg namens "Väterchen Frost" aber auch die neuen Dinger von Dark Throne, Mare Cognitum und Bethlehem wussten uns durchaus zu überzeugen.

Was sind die nächsten Pläne für Norrut?

Zu aller erst einmal der Abschluss unseres Albums, des weiteren würden wir uns tierisch über Auftritte freuen, da diese momentan auch mehr als rar sind. Der Dreh eines Videoclips ist noch etwas, dass wir in naher Zukunft abhandeln wöllten. Ansonsten stehen schon Ideen für weitere Releases an (Splitt, Samplerbeiträge, etc.)

So, die letzten Worte gehören euch!!

Support your local Metalscene to keep it alive!
Vielen Dank für das Interesse an Norrut und die Aufmerksamkeit die uns zu Teil wurde, solche Sachen bedeuten jungen Musikern viel.

Christian Hemmer

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